Erich Venzmer (1893-1975)

Weite Landschaft, um 1930
Öl auf Leinwand, 80 x 110 cm, Kunstmuseum Schwaan

Das relativ großformatige Werk entstand wahrscheinlich nach Zeichnungen im Atelier. Möglicherweise wurde das ungewöhnliche Motiv an der Elbe oder in südlichen Regionen gesehen. Breit gelagert betet sich das Landschaftspanorama dem Auge des Betrachters dar. Die reich gegliederte diagonal in die Bildfläche geführte grüne Uferzone des Gewässers geht in eine parallel geordnete rötliche Formation über, die an trockenes Gras oder Heide erinnert.

Als Gegenkomponente zum flachen Land und den waagerechten Wolkenstreifen werden die bizarren dunkelgrünen Gebilde des Wacholders sowie die Bäume im Mittelgrund komponiert. Räumliche Tiefe erreicht der Künstler durch weiche grau-grüne Färbung des Waldes über dem Horizont, die nuanciert von den Wolken aufgenommen wird. Silbriges Licht überflutet die gesamte Szenerie und taucht die Landschaft in geheimnisvolle Bewegungslosigkeit und Stille. Es scheint, als wäre die Zeit stehengeblieben.

Diese veranschaulichte tiefe Achtung vor der inneren Größe der Natur verbindet ihn mit seinem ersten Lehrer Franz Bunke, erinnert in ihrer Sensibilität an Casper David Friedrich.

Venzmer unterstreicht mit tonigem reich in sich differenziertem Kolorit sowie großzügiger, vereinfachender Formgebung die emotionale Wirkung des Gemäldes.

Eine nette Überschrift