STILLLEBEN

MEDITATION ÜBER DIE SCHÖNHEIT
Ausstellung vom 15.11.20 – 07.01.2021


 

Der Begriff Stillleben wurde erstmals um 1650 in einem holländischen Bilderverzeichnis erwähnt. Zu allgemeiner Blüte kam das Stillleben im 17. Jahrhundert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewann das Stillleben erneut an Bedeutung, als die Realisten und Impressionisten ihre spezifischen bildnerischen Mittel im Stillleben umsetzten. Eine neue Sichtweise auf die Realität und die Auseinandersetzung mit Raum- und Formproblemen prägte die Malweise CÉZANNEs und der Kubisten, wie PICASSO und BRAQUE, die zu einer abstrahierten Darstellung gelangten. (Quelle: in Auszügen, www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/kunst/artikel/stillleben)


Das Stillleben hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts anders als zu seiner Hochzeit im Barock keine metaphorische oder stark repräsentative Bedeutung, sondern dient vielmehr der Darstellung des alltäglichen Schönen. Es ist zum einen eine Stilübung, eine Übung in Raum, Licht und Perspektive, zum anderen eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Objekt. Durch seine unbewegten Motive hat der Maler Zeit, mit der Anordnung und Zusammenstellung der Objekte zu spielen und Farben aufeinander abzustimmen.

Dabei geht es nicht zwingend darum, die Realität originalgetreu wiederzugeben. Die Entwicklung der Fotografie im 19. Jahrhundert hatte der Malerei die Aufgabe der Dokumentation abgenommen und den Malern somit neue Freiheiten gegeben. Deshalb wird von den Künstlern ein eigener Stil entwickelt, mit dem die Schönheit des unbewegten Gegenstandes dargestellt wird. Die Formen sind durch breite Pinselstriche manchmal gröber, an anderen Stellen feiner, die Farben manchmal sehr intensiv. Das Stillleben ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine reine Dokumentation, sondern ein Versuch des Künstlers, seine Wahrnehmung und sein Verständnis von Ästhetik zu zeigen.

In den Stillleben der Schwaaner Künstler und ihrer Zeitgenossen finden sich alltägliche Gegenstände wie Bücher, Geschirr oder Krüge neben Gemüse und Obst aus der Region, gelegentlich ergänzt durch Backwaren, Fisch oder eine exotische Ananas. Ein anderes beliebtes Motiv sind Blumen, die vermutlich aus den Gärten der Künstler selbst stammen. Mit diesen Stillleben haben die Künstler Gegenstände ihres Alltags festgehalten, deren Farbigkeit und Form sie ihre vollste Aufmerksamkeit schenkten. Die Bilder vermitteln uns die Ästhetik, die ihre Erschaffer in schlichten Objekten sahen. Sie sind eine Meditation über die Schönheit dieser.

Schon seit jungen Jahren malte Rudolf Bartels Stillleben, hat vor allem mit seinen Blumenbildern Aufmerksamkeit erlangt. So schreibt Otto Weltzien bereits 1905: „… Ausgezeichnetes leistet der Künstler als Blumenmaler. Ich kenne keinen, der die virtuose, kräftige Art, die lebendig gewordene Freude am Schönen in der Natur, wie sie bei Bartels Blumenstücken zu finden sind, zu überbieten vermochte…“.

Es waren vor allem Blumen, die im Garten oder in der freien Natur blühten wie Tulpen, Lilien, Stockrosen, Zinnien, auch unterschiedliche Rosenarten, deren Schönheit ihn faszinierte und die er unvermischt als Sträuße häufig in Glasvasen ordnete. Auffällig sind auch hier Leuchtkraft der Farben und Einfachheit der Sujets.


Mit Werken von Rudolf Bartels, Otto Bartels und Hedwig von Germar wurden 13 Motive ausgewählt, die in einem kleinen Kunstkalender für das kommende Jahr 2021 zu sehen sind.
 
 
Kunstkalender Stillleben 2021
Format: 148×210 mm
6,70 €