Wilhelm Facklam

Wilhelm Facklam  (1893-1972)
Julisonne, um 1930
Öl auf Karton

Bildmaße:
58x 74 cm
Kunstmuseum Schwaan

Reife Getreidefelder, unter heiter- bewölktem Sommerhimmel am Rande von Dörfern oder Einzelgehöfte umgebend, gehören zur bevorzugten Thematik von Wilhelm Facklam. Er, der auf dem Lande heranwuchs, kannte die mecklenburgische Landschaft mit ihren eiszeitlich geformten hügeligen Strukturen, den Seen, Wäldern und dörflichen Gegebenheiten unter riesigen Laubbäumen, wurde geradezu durch sie geprägt. Es verwundert daher kaum, dass seine Landschaftsgemälde gerade im heimischen Umkreis einen großen Interessentenkreis fanden.

Auch bei diesem Gemälde folgt Facklam der realistischen Anschauung. Es ist ein typisches Werk seiner Hand von beachtlicher malerischer Qualität. Aus leichter Untersicht gleitet der Blick über das reife Korn bis zum baumumstandenen Gehöft hinter dem Hügel, um dann in die grau- blaue Weite des Himmels einzutauchen. Die einfache Grundkomposition zeigt in der unteren Bildhälfte eine leichte Diagonale, mit dem angeschnittenen Haus die Vorstellung von unterschiedlichen Höhen assoziierend. Die warme Farbigkeit des Feldes erfährt durch das satte Grün sowie dunkle Formen des Daches gestalterische Entsprechung. Sonneneinstrahlungen und Schattenwirkungen auf dem Haus setzen zusätzlich lebendige Akzente. Der leichtbewölkte Himmel entspricht der  Gesamtharmonie der Komposition, deren optische Wirkung von friedlicher Ruhe und  ländlicher Beschaulichkeit bestimmt ist. Darüber hinaus zeugt das Bild von einer tiefen inneren Bindung des Künstlers zu diesem Landstrich.

[Quelle: Autorin Lisa Jürß, Auszug aus Edition Logika, Band 17, 2014]