MEIN FREUND DER BAUM

Sammlungsstücke aus Künstlerkolonien

Ausstellung vom 08.09. – 15.12.2019

Bäume zählen zu den beeindruckenden Lebewesen auf unserer Erde. Wo das Klima nicht zu trocken oder zu kalt ist, dominieren sie die Landschaft. Wo sie wachsen, sind sie der zentrale Baustein unseres Ökosystems. Bäume produzieren Sauerstoff und binden Kohlenstoffe, Sie gelten als die „Grüne Lunge“ unserer Städte. Bäume bieten Nistplätze, Nahrung, Lebensraum und Schutz für die unterschiedlichsten Tiere. Sie sind Nahrungsquelle, Schattenspender und Baustoff.

In unserer Kultur spielt der Baum als die größte Pflanze der Erde eine wichtige Rolle. Sein Holz war und ist unersetzlich, dient als Baumaterial oder als Heizstoff. Der Baum wurde verehrt und war nicht selten Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. In Dörfern und Städten traf man sich unterm »Lindenbaum« zum Tanz, unter der Eiche oder der Linde wurde Gericht gehalten oder man traf sich, um wichtige Neuigkeiten zu erfahren.

Als Lebensbaum steht er für das immer wiederkehrende Leben. Der abgestorbene Baumstamm mit dürren, verästelten Zweigen weist auf die Vergänglichkeit. Der Baum, Lebensraum für Mensch und Tier, bietet Schutz, ist Grundlage unserer Nahrung, Bekleidung oder dient z.B. der Herstellung von Papier. Zahlreiche Gedichte, Märchen und Sagen unterstreichen seine Bedeutung.

Für die Künstler spielt der Baum oft eine zentrale Rolle. ist er ein Symbol der Kraft und der Beständigkeit. Mit seinen Ästen in den Himmel ragend und doch fest verwurzelt in der Erde. 

Die für die Ausstellung wurden Landschaftsbilder aus verschiedenen Künstlerkolonien Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts ausgewählt. In diesen Kolonien,  in der Künstlerkolonie Dachau. Zur Gestaltung des Bildraums auf der Leinwand nahm der Maler u. a. den Baum als stilistisches Mittel zur Hilfe, um den Landschaftsausschnitt zu rhythmisieren und um ihm räumliche Tiefe zu verleihen. Bevorzugtes Motiv der Dachauer Maler war um 1900 das »Dachauer Moos«. Dem Zeitgeist entsprechend sollten die Motive – ohne sie künstlerisch zu verändern oder inhaltlich zu überhöhen – möglichst naturnah aber stimmungsvoll wiedergegeben werden. In Worpswede sind es überwiegend die landschaftsprägenden Birken, die die Faszination auf den Künstler ausübten.  Die Maler beließen deshalb die heimischen Pflanzen- und Baumarten in ihrem gewohnten Umfeld und erfassten sie in ihrer natürlichen Farb- und Lichtstimmung. Bäume, die eine bestimmte Funktion erfüllten, konnten Orte malerischer gestalten: ein Haus, einen Garten, eine Straße. Sie dienten als Schutz vor Sonne, Wind oder Regen, als Obst- oder Ziergewächs. Dass Pflanzen oder Bäume ganze Landstriche charakterisieren können, wird in der Ausstellung verdeutlicht.

Die Ausstellung präsentiert Darstellungen aus den Künstlerkolonien Dachau, Hiddensee, Ahrenshoop, Usedom, Heikendorf, Worpswede, Ferch und als Partner das Overbeckmuseum in Bremen. Mit der Gemeinde Genk aus Belgien ist ein weiterer Partner der Vereinigung der europäischen Künstlerkolonien euroArt dabei.