Juli bis September 2018 – BESUCH AUS DEN NIEDERLANDEN

DOMBURG – Besondere Sammlungsstücke

15.07. – 30.09.18 zu Gast in Schwaan

Die Niederlande konnten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der Zeit der Künstlerkolonien, bereits auf eine reiche Tradition der Landschaftskunst zurückblicken: Stimmungsvolle und realistische Naturbilder bestimmten schon im 17. Jahrhundert die Kunst der nördlichen Niederlande. So kann es nicht verwundern, dass gerade in Holland die Errungenschaften des französischen Pleinairismus, die sich in der Schule von Barbizon offenbart hatten, auf äußerst fruchtbaren Boden fielen. Es entstanden hier besonders viele Künstlerkolonien, die auch noch zu Zeiten des Expressionismus wirksam blieben.

Oosterbeek bei Arnheim war „das niederländische Barbizon”, ein Vorreiter der Haager Schule mit ihren reizvollen Landschaftsstücken, mitte der 1870er Jahre folgten Laren und Domburg. Laren wurde neben der Landschaftsmalerei vor allem bekannt mit Interieur-Kunst. In Domburg waren es die ungekünstelte Schönheit der Umgebung, das spezielle, fast transparente Licht entlang der Küste und die charakteristische Inselbevölkerung die den Malern am meisten beeinflusst haben, die für eine Entwicklung von der Tradition zur Moderne sorgten.

Das Marie Tak van Poortvliet Museum

Eine Nachbildung des alten Gebäudes steht als eine Oase der Ruhe etwas verborgen mitten im Zentrum des Seebades und beherbergt seit 1994 das Marie Tak van Poortvliet Museum Domburg. Das Museum organisiert zwei Mal pro Jahr sehr erfolgreiche Ausstellungen rund um die Teilnehmer der alten Ausstellungen, und rund um andere beachtenswerten Künstlerkolonien, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts existierten. Dabei auch Ausstellungen mit zeitgenössischen Künstlern, die eine Verbindung mit Zeeland haben.

 

Ooststraat 10a
4357 BE Domburg
T 00 31 118 58 4618
marietakmuseum.nl

 

 


 

Führungen zur Ausstellung

Museumsleiter Heiko Brunner führt durch diese besondere Ausstellung.

Eine außergewöhnliche Sammlung bildender Kunst, die als gemeinsames Thema ihrer Sammlungspolitik die Künstlerkolonie Domburg hat. Sie bildeten den Hintergrund einer Doppelausstellung in Domburg (2015) waren Werke Schwaaner Kolonisten ausgestellt und der Gegenbesuch in Schwaan erfolgte jetzt (Sommer 2018).
Die Ausstellung bietet seinen Besuchern eine Auswahl von Werken aus zwei der drei Sammlungen des Museums an. Sie gibt damit einen faszinierenden Überblick der Sammlungstätigkeit der Künstlerkolonie Domburg.

Die Künstlerkolonie erlebte ihre größte Blütezeit zu Zeiten der bekannten Domburger Ausstellungen (1911-1921) und lebte fort bis Ende der zwanziger Jahre. Sie erreichte im Winter von 1921-1922 ihr symbolisches Ende mit dem Einsturz des „kunstzaal” als Folge heftiger Stürme, aber in Wirklichkeit nahm sie ein Ende als ihr Mittelpunkt Jan Toorop nicht mehr zu ihr kam. Zwischen 1903 und 1922 konnte man den in ganz Europa gefeierten Künstler fast jedes Jahr für längere oder kürzere Zeit in dem Badeort finden. Er wurde dort mit offenen Armen empfangen, im Laufe der Jahre von Kollegen, Schülern, Freunden, Kunstsammlern, Kunstliebhabern und Kritikern gefolgt. Die Künstler um ihn herum trafen sich oft im Atelier von Mies Elout-Drabbe – die seit 1902 mit dem Direktor der Domburger Seebadeeinrichtung Paul Elout verheiratet war – oder bei Toorop, am Domburger Markt.
Im niederländischen Modernismus der Jahre 1907-1916 werden zwei Hauptströmungen unterschieden: die Amsterdamer Strömung, die vom Kubismus, deutschen Expressionismus und Futurismus beeinflusst war; die Pariser-Domburger Strömung, die vor allem vom Luminismus geprägt war und einen Schritt in Richtung Kubismus machte. Der niederländische Luminismus orientierte sich, wie bereits gesagt, an van Gogh und den modernen französischen Strömungen. Man bemühte sich in der Malerei um eine intensive Betonung des Lichts und eine persönlichere Ausdrucksweise. Diese neue Bewegung in der Malerei hatte ihre Basis auf Walcheren und erlebte ihren Höhepunkt in den Jahren 1908-1911. Die wichtigsten Wegbereiter Jan Toorop und Piet Mondrian wollten nicht nur die Wirkung des Lichts darstellen, sondern auch ihre subjektiven Empfindungen. [ Auszug begleitende Publikation: “Die besondere Sammlungen im Bild, Francisca van Flooten]

 


 

Sonntag, 12. August 2018,  11:00 Uhr


 

Freitag, 14. September, 2018,  17:00 Uhr


Um Vorbestellung wird gebeten!